Inhaltsverzeichnis
- 1 Die Story: Zwischen Familiengeheimnissen und fremden Welten
- 2 Elroy and the Aliens: Das klassische Gameplay mit kreativen Hürden
- 3 Die Grafik: Handgezeichnete Nostalgie mit viel Persönlichkeit
- 4 Was mir gefallen hat: Starker Stil und emotionale Momente
- 5 Was mir nicht gefallen hat: Wiederholungen und unnötige Stolpersteine
- 6 Elroy and the Aliens im Test: Mein Fazit
Motiviti schickt Euch mit „Elroy and the Aliens“ in ein handgezeichnetes Abenteuer, das sich bewusst an den Traditionen klassischer Point & Click-Spiele orientiert. Im Zentrum steht der junge Tüftler Elroy, der mit selbstgebauten Raketen experimentiert und durch ein unerwartetes Ereignis in eine weit größere Geschichte hineingezogen wird. Das Spiel setzt wie gewohnt auf Maus-Steuerung, Inventarrätsel, dialoglastige Sequenzen und eine Vielzahl an liebevoll gestalteten Schauplätzen. Gleichzeitig schlägt die Erzählung eine Brücke zwischen bodenständiger Science Fiction, familiären Themen und humorvoll überzeichneten Elementen. Die Entwickler setzen stark auf handanimierte Grafik, vielfältige Sprecherrollen und eine Welt, die sich anfühlt, als stamme sie direkt aus den frühen 90er Jahren.

Im Laufe des Spiels erkundet Ihr mehrere Hub-Gebiete, kombiniert Gegenstände, löst Puzzles und interagiert mit zahlreichen Figuren, deren Eigenheiten von skurril bis herzlich reichen. Die Schauplätze reichen von Slope City bis zu einer fremden Welt voller rätselhafter Strukturen und außerirdischer Technik. Trotz des Retro-Spielskeletts will Elroy and the Aliens nicht einfach nur nostalgisch sein, sondern eine abwechslungsreiche Abenteuergeschichte erzählen.
Die Story: Zwischen Familiengeheimnissen und fremden Welten
Die Geschichte setzt mit einem Knall ein: Elroys selbst gebaute Test-Rakete sorgt für ein unerwartetes Chaos und legt ein geheimnisvolles Gerät frei, welches seit Jahren in der Wand seines Hauses verborgen lag. Zusammen mit Reporterin Peggie wird die langsam entstehende Wahrheit über Elroys Vater Diego enthüllt, der vor 18 Jahren spurlos verschwand. Ich mochte dabei besonders, wie das Spiel klassische Science Fiction-Abenteuer mit sehr menschlichen Motiven verbindet. Die Mischung aus humorvoller Leichtigkeit und ernsten Untertönen funktioniert erstaunlich gut und gibt dem Abenteuer mehr Substanz, als ich anfangs erwartet hätte.

Während die Erzählung anfangs noch stark auf Slope City fokussiert bleibt, führt sie später in deutlich ungewöhnlichere Regionen. Die Begegnung mit den Aliens gehört zu den großen Momenten des Spiels, auch wenn sie erst spät einsetzt. Ich finde es grundsätzlich mutig, wenn ein Adventure seine stärksten Elemente nicht gleich zu Beginn herausgibt. Gleichzeitig hätte ich mir gewünscht, dass der Übergang auf die außerirdische Welt etwas früher erfolgt, weil Ihr dann schneller ein Gefühl dafür bekommt, wohin sich die Geschichte dreht. Trotzdem bleibt das narrative Fundament stark. Gerade durch die Verbindung aus Familiengeschichte, Zeitreise-Elementen und den moralisch widersprüchlichen Motiven von Bürgermeister Cyril.
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Elroy and the Aliens: Das klassische Gameplay mit kreativen Hürden
Die Steuerung folgt klassischen Point & Click-Regeln: Links klicken, rechts klicken, untersuchen, mitnehmen, kombinieren. Ich schätze diese Einfachheit, da die Bedienung nicht unnötig verkompliziert wurde, um sich unbedingt von der Konkurrenz abzuheben. Das Inventarsystem funktioniert einwandfrei und das Wechseln zwischen Elroy und Peggie bringt gelegentlich zusätzliche Dynamik ins Rätseldesign. Besonders gelungen sind die Umgebungsrätsel, die Euch auffordern, Objekte zu bewegen oder Mechanismen durch Klicken und Ziehen zu bedienen.

Allerdings hat das Spiel auch Momente, die deutlich fordernder wirken als der Rest. Die mehrfach vorkommenden Zahlen- und Rotationsrätsel nutzen stets dieselbe Grundmechanik und werden schnell repetitiv. Ich mag fordernde Puzzle grundsätzlich sehr gern, aber hier hätte eine geringere Wiederholung dem Spielfluss gutgetan. Richtig frustriert hat mich jedoch nur ein Alien-Sprachrätsel, bei dem Ihr Begriffe anhand von Klangmustern ableiten müsst. Dieses Puzzle wirkte unnötig undurchsichtig und sorgten in meinem Test für einen deutlichen Bruch im Spielfluss.
Trotz solcher Stolpersteine bleibt die Puzzlevielfalt hoch. Viele Aufgaben bieten kreative Ansätze: Zum Beispiel beim Manipulieren von Laserstrahlen oder beim Zusammensetzen von Audiofragmenten. Gleichzeitig ist das Spiel fair genug, dass Ihr mit gründlichem Erkunden fast immer eine Spur zur Lösung findet.

Die Grafik: Handgezeichnete Nostalgie mit viel Persönlichkeit
Der erste Blick auf „Elroy and the Aliens“ hat mich sofort an alte Zeichentrickserien erinnert und dieser Eindruck zieht sich konsequent durch das gesamte Spiel. Die handgezeichneten Hintergründe und Animationen wirken, als wären sie liebevoll Einzelbild für Einzelbild gestaltet worden. Für mich gehört dieser Zeichenstil zu den stärksten Elementen des Spiels, weil er sowohl modern als auch nostalgisch wirkt. Die Entwickler nutzen kräftige Farben, überzeichnete Figuren und subtile Details, die jedem Ort eine eigene Identität verleihen.

Auch die Soundkulisse trägt enorm zur Stimmung bei. Die Musik überrascht filmreif, inklusive kompletter Gesangseinlagen, die ich in einem Indie-Adventure so nicht erwartet hätte. Diese Momente setzen emotionale Akzente, die gut mit der Geschichte verknüpft sind. Die (leider nur englischsprachigen) Sprecherleistungen sind hochwertig, obwohl einige Dialogstellen inhaltlich etwas unnatürlich wirken. Die Vielzahl an Charakteren mit unterschiedlichen Stimmen lässt die Welt lebendig wirken.
Was mir gefallen hat: Starker Stil und emotionale Momente
Besonders begeistert hat mich die Mischung aus klassischem Handwerk und moderner Erzählweise. Der Grafikstil wirkt nicht nur schön, sondern transportiert eine Liebe zum Detail, die perfekt zum Abenteuer passt. Die Geschichte überrascht mit emotionalen Spitzen, die gerade deshalb funktionieren, weil das Spiel sie nicht überdramatisiert. Auch die gelungene Sprachausgabe verstärkt das Gefühl, eine lebendige, vielschichtige Welt zu erkunden. Die Puzzlevielfalt hat mir überwiegend Spaß gemacht, vor allem die Rätsel, die das Setting mit einbeziehen und Euch aktiv mit der Umgebung interagieren lassen.

Was mir nicht gefallen hat: Wiederholungen und unnötige Stolpersteine
Der größte Schwachpunkt liegt in der ungleichen Qualität der Rätsel. Während viele Aufgaben kreativ und logisch strukturiert sind, wirken manche wiederholte Puzzle eher wie Füllmaterial. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Mechaniken reduziert oder durch abwechslungsreichere Varianten ersetzt worden wären. Das Alien-Sprachpuzzle empfand ich als völlig überzogen, da es keine nachvollziehbare Lösungsmethodik bietet und den Spielfluss bremst. Außerdem führt die Geschichte gelegentlich zu Tonbrüchen, die zwischen emotional und albern pendeln und dadurch weniger stringent wirken. Eine klarere Balance hätte der Erzählung gut getan. Außerdem hätte ich mir (vor allem bei einem Point & Click Adventure) eine deutschsprachige Sprachausgabe gewünscht.
Elroy and the Aliens im Test: Mein Fazit
Elroy and the Aliens ist ein liebevoll gestaltetes Abenteuer, das klassische Point & Click Stärken mit einer charmanten, überraschend emotionalen Geschichte kombiniert. Trotz einiger frustrierender Rätsel, fehlender deutscher Sprachausgabe und mancher erzählerischer Unebenheiten bleibt das Gesamterlebnis überzeugend und bietet Fans des Genres genau das, was sie sich wünschen: Nostalgie, kreative Ideen und eine handgezeichnete Welt voller Liebe zu Details.






















