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House of Tesla im Test: Rätsel zwischen Strom und Stille

House of Tesla im Test: Rätsel zwischen Strom und Stille
Marco Kolditz
Von Marco Kolditz am
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The House of Tesla verbindet historische Atmosphäre mit herausfordernden Rätseln und mechanischen Rätseln, die Euch in die Welt von Nikola Tesla ziehen. Ein ruhiges Knobelspiel, das seine Stärken in Atmosphäre und Mechanik findet, aber nicht ohne Ecken und Kanten bleibt. Mein Test zum Spiel!

Schon nach wenigen Minuten wird klar, worauf sich The House of Tesla konzentriert: Eine detailreiche Welt voller mechanischer Konstruktionen, Stromkreise und kleiner Geheimnisse, die darauf warten, entschlüsselt zu werden. Entwickelt wurde das Spiel von Blue Brain Games, die bereits mit The House of Da Vinci ihre Expertise im Puzzle-Genre etabliert haben. Dieses Mal führt der Weg direkt in Teslas Labore, von New York bis zur berühmten Wardenclyffe Tower Station. Ziel ist es, elektrische Systeme wiederherzustellen, verschlüsselte Maschinen zu öffnen und Schritt für Schritt die Funktionsweise eines visionären Projekts zu begreifen.

The House of Tesla: Screenshot

Alles basiert auf Point and Click, kombiniert mit einem speziellen Gerät, das elektrische Ströme sichtbar macht. Story, Rätsel und Umgebung orientieren sich eng an historischen Elementen, ohne dabei dokumentarisch wirken zu wollen. Das Spiel möchte ein atmosphärisches Knobelerlebnis liefern, das konzentriertes Beobachten und geduldiges Kombinieren belohnt.

The House of Tesla: Visionen zwischen Vergangenheit und Gegenwart

The House of Tesla erzählt seine Geschichte über Tagebucheinträge, Dokumente, Hinweise in der Umgebung und kurze Flashbacks, in denen Ihr durch Teslas Erinnerungen wandert. Die Handlung dreht sich um das Projekt World Wireless, Teslas Versuch, drahtlose Energieübertragung in großem Stil zu ermöglichen. Diese Rückblenden zeigen seine Hoffnungen, Konflikte und die Herausforderungen während der Entwicklung. Gleichzeitig erkundet Ihr verlassene Räume, die die Spuren eines gescheiterten Traums tragen.

The House of Tesla: Screenshot

Ich persönlich fand die Story atmosphärisch, aber nicht zwingend der Hauptgrund, weshalb ich ein solches Rätsel-Spiel spiele. Als jemand, der Puzzle-Games wie The Room liebt, steht für mich das Rätselerlebnis im Vordergrund. Die Geschichte liefert hier ein angenehmes Fundament, wirkt aber eher begleitend als treibende Kraft. Dennoch ist die Verbindung aus historischen Fragmenten und fiktiven Elementen gelungen, zumal einige Dokumente echte historische Personen und Ereignisse aufgreifen. Diese Mischung sorgt dafür, dass die Story dem Spiel Tiefe verleiht, ohne es zu dominieren.

Die Grafik des Spiels ist sehr stimmungsvoll!

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Das Gameplay: Präzision, Geduld und ein Funken Strom

Das Herzstück des Spiels sind erwartungsgemäß die Rätsel. Von mechanischen Konstruktionen über Kombinationen bis zu elektrotechnisch wirkenden Aufgaben bietet „The House of Tesla“ eine breite Palette an Herausforderungen. Besonders prägnant ist das Wireless Power Transmitter Gerät, mit dem Ihr elektrische Ströme sichtbar machen und umleiten könnt. Diese Mechanik unterscheidet das Spiel klar vom Da Vinci-Vorgänger und bringt ein schönes Thema mit sich.

The House of Tesla: Screenshot

Während der ersten Kapitel baut sich der Schwierigkeitsgrad angenehm auf. Die Rätsel sind logisch, nachvollziehbar und belohnen sorgfältiges Beobachten. In der Mitte des Spiels entsteht für mich das beste Flow-Gefühl: Die Aufgaben fordern, ohne zu überfordern und der Wechsel zwischen Mechanik, Stromfluss und kleinen Puzzleboxen funktioniert hervorragend. Später zieht der Schwierigkeitsgrad jedoch spürbar an. Manche Rätsel werden komplexer, manche Lösungen weniger intuitiv. Eine Beobachtung, die sich auch in mehreren externen Tests wiederfindet. Ich selbst spiele solche Titel abends gern in Ruhe, weil das meditative Knobeln etwas Beruhigendes hat, aber manche Passagen fühlten sich unnötig verschachtelt an.

Der gesamte Stil des Spiels erinnert an The House of Da Vinci und The Room

Die Bedienung basiert auf klassischem Point-and-Click. Zoomen, drehen, ziehen, schieben. Vieles funktioniert gut, manches wirkt etwas hakelig, insbesondere wenn ein Objekt exakt getroffen werden muss. Für meinen Geschmack hätte die Steuerung hier mehr Feinschliff vertragen können, denn gerade bei Spielen, die auf präzise Interaktion setzen, kann eine kleine Verzögerung den Spielfluss stören.

Die Grafik von The House of Tesla: Ein Labor voller Atmosphäre

Optisch überzeugt The House of Tesla fast durchgängig. Die Räume wirken authentisch, voller Kupferleitungen, mechanischer Bauteile, dunkler Schatten und glimmender Lichtquellen. Genau diese Mischung aus viktorianischer Industrieoptik und futuristischen Ideen macht die Atmosphäre so besonders. Wer rätsellastige Spiele mag, weiß, wie entscheidend eine ruhige, stimmungsvolle Umgebung ist. Und genau das liefert das Spiel. Ich mag diese Art von Stil enorm, weil sie perfekt zu meiner Art passt, abends in Ruhe im abgedunkeltem Raum zu rätseln.

The House of Tesla: Screenshot

Auch der Sound fügt sich harmonisch ein. Die Musik bleibt dezent, trägt aber die Atmosphäre. Sie überlagert nichts, drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt die Umgebung wirken. Das maschinelle Summen, die leisen Schritte, das Klicken von Zahnrädern, all das unterstützt den ruhigen Charakter, ohne abzulenken.

Was mir gefallen hat: Atmosphäre und meditative Rätsel

Besonders gelungen ist die ruhige Grundstimmung des Spiels. Ich liebe es, mich abends in ein solches Puzzle-Universum zu versenken, und The House of Tesla bietet genau diese Mischung aus Entspannung und geistiger Herausforderung. Die Umgebungen wirken durchdacht, die mechanischen Rätsel fühlen sich hochwertig an und das Konzept der sichtbaren Stromflüsse passt hervorragend zum Setting. Auch wenn ich die Serie „The Room“ stilistisch bevorzuge, kommt Tesla nah an dieses Gefühl heran, ein klares Lob für die Entwickler.

Rätsel rund um mysteriöse Geräte wollen gelöst werden!

Was mir nicht gefallen hat: Bedienung und späte Komplexität

Die größte Schwäche des Spiels liegt für mich in der Bedienung. Es ist nicht nichts Schlimmes, doch gerade bei einem Puzzle-Spiel stören hakelige Interaktionen mehr als anderswo. Ein saubereres Trefferfeedback, weniger starre Zoompunkte und ein besseres Gefühl beim Manipulieren kleiner Bauteile hätten das Erlebnis deutlich runder gemacht. Auch die spätere Rätseldichte übertreibt es stellenweise mit der Komplexität. Nicht, weil die Rätsel schlecht wären, sondern weil manche Lösungen unnötig weit vom intuitiven Denken wegdriften. Ein klarerer visueller Hinweis hier und da hätte gereicht, ohne den Anspruch zu verlieren.

The House of Tesla im Test: Mein Fazit

The House of Tesla ist ein atmosphärisch starkes Puzzle-Erlebnis zu Nikola Tesla, das vor allem Spielerinnen und Spieler begeistert, die Freude an entspannter, konzentrierter Rätselarbeit haben. Die Welt wirkt glaubwürdig, die Mechanik ist reizvoll und das Setting bietet eine ungewöhnliche Mischung aus Technik und Historie. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass die Bedienung nicht immer mithält und die späten Kapitel spürbar fordernder werden, ohne immer logisch zu bleiben. Für mich persönlich ist es ein sehr gutes, wenn auch nicht perfektes Puzzle-Spiel, das mit seiner Stimmung und seinen Ideen überzeugt und mich trotz kleiner Schwächen gut unterhalten hat.

Produktseite bei Steam »

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Wertung: The House of Tesla
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The House of Tesla kombiniert starke Atmosphäre, kreative Mechanik und anspruchsvolle Rätsel mit einer ruhigen, meditativen Stimmung, die perfekt für entspannte Abende ist. Die Grafik überzeugt, die Soundkulisse unterstützt das Erlebnis unaufdringlich und das Stromfluss-Feature ist eine Bereicherung. Allerdings sorgen eine etwas hakelige Steuerung und ein deutlicher Schwierigkeitsanstieg in späteren Kapiteln für gelegentliche Frustration. Insgesamt dennoch ein lohnenswertes Puzzle-Abenteuer für Fans des Genres.
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Review von Marco Kolditz

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Marco Kolditz ist unter dem Namen "MEER DER IDEEN" seit 2009 als Content Creator in München selbstständig und pflegt nebenher dieses Blogmagazin.
Marco Kolditz hat bislang 422 Artikel geschrieben.